über das projekt

Stadttheater Bern:

worst case

von Kathrin Röggla

Wir leben in einer durch die Flut der Medien überinformierten Gesellschaft, die mit den ständigen Katastrophenmeldungen aus aller Welt – einer diffusen Angstmacherei ausgesetzt – selber an den Rand einer Katastrophe gebracht wird. Die im Stück beschriebene Gesellschaft lebt ihren Alltag trotz des Wissens um die sich ständig rund um den Globus ereignenden Katastrophen, unfähig sich zu verhalten, nicht im Stande zu handeln…

In vier Teilen reflektiert Kathrin Röggla den Umgang mit den Unglücksnachrichten und deren Auswirkungen, und dies in einem Distanz schaffenden Konjunktiv: «ob ich wüsste, dass ich die dosis runterschrauben müsse, von zeit zu zeit, die alarmdosis, damit sie noch eine wirkung zeige? die ständige überdosierung habe jedenfalls zur folge, dass ich nur sinkende alarmbereitschaften, sinkende reaktionsbereitschaften erhalte.»

worst case untersucht die Befindlichkeit einer Gesellschaft, die die Katastrophen nicht direkt erlebt, sondern mit einer diffusen Ahnung medial aufgearbeiteter Szenarien umgehen muss. Die Österreicherin Kathrin Röggla verfasst Theatertexte, Hörspiele und Prosa und lebt seit 1992 in Berlin. Sie ist Trägerin zahlreicher Preise, u.a. des Solothurner Literaturpreises im Jahre 2005. Mit worst case zeigt das Stadttheater Bern erstmals ein Stück dieser spannenden Autorin.

Premiere der Schweizer Erstaufführung: 09.02.2011

weitere Spieltermine:
www.stadttheaterbern.ch